Nun wird das Dach gedeckt

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Das Leben wird vom Dach bestimmt.

Das ganze Leben wird vom Dach bestimmt.

Diese Woche arbeiteten Michael und ich am Dach auf der Gaubenseite. Donnerstag und Freitag  führte Michael als lizensierter Bergführer seine Verwandten bei einer Bergwanderung an. So konnte ich bei sommerlichem Wetter und Temperaturen Arbeiten im Schatten durchführen. Ich frage mich gerade, ob es besondere Vorkommnisse diese Woche gab, von denen zu berichten es sich lohnen würde? Wüsste ich nicht, dass vom Arbeiten her wieder eine gemächliche Phase kommen wird, würde ich zur Zeit viel zu viel Arbeiten. Zumal ich Michael den Zimmermann immer wieder ermahne, so zu arbeiten, dass er in 20 Jahren immer noch arbeiten kann.

In der Dachinnenseite brachte ich die Sparren-Aufdoppelung an, um wie auf der anderen Seite des bestehenden Satteldachs die Dachkonstruktion zu versteifen. Zusammen mit der neu eingebrachten Firstpfette und den Zangen steht das Dach wie eine Eins.

Auf der Problemseite steht natürlich immer wieder die Liquidität des Baukontos. Da ich diesbezüglich immer schon einige Monate weiter planen muss und 100% gewährleistet werden muss, dass die Handwerker und Lieferanten bezahlt werden können müssen. Abends bin ich meisten zu müde, um die dringenden Mails an potenzielle Vereinsmitglieder und Darlehensgeber/innen zu schreiben. Diesbezüglich besteht Handlungsbedarf. Vielleicht befindet sich Jemand unter meinen lieben Leser, der evtl. bereit wäre, durch eine Dahrlehen das Auszeithaus-Projekt zu unterstützen. Als Lohn gibts die zufriedenmachende Gewissheit, mitgeholfen zu haben, das Auszeithaus aus der Taufe zu heben.

Samstag war wieder ein Gedränge auf dem Bau, der Spengler, der Trockenbauer, der Zimmermann und das Aufräumteam waren alle auf der Baustelle. Zum Glück in Personalunion mit Franz, sonst wären sie sicherlich einander auf den Füßen rum getrampelt. Für den Sonntag haben sich Ursel und Günter zum Besuch angekündigt, worüber ich mich herzlich freue. Im Riedel sind nun alle Bauern und Nebenerwerbsbauern mit den ömthen fertig, die Erleichterung ist förmlich in der Luft zu spüren und auch akustisch (Traktorengeräusche) hört sich der Riedel jetzt anders an.

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Panorama mit Gletscherblick

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Der Tag an dem wir Schutzgeld bezahlen mussten

Am Tag an dem wir Schutzgeld bezahlen mussten.

Liebe Leser, diese Woche war geprägt durch große Fortschritte bei den Dacharbeiten. Vornehmlich wurden diese möglich durch den Arbeitseinsatz von Michi und Georg. Michi war ein holzarbeitsengangierter Montessorischüler, den ich als Erdkind kennenlernen durfte. Georg ist Rentner und gibt ehrenamtlich sehr phantasiereichen Werkuntericht in der Monti. Diese zwei arbeiteten engagiert und im Tempo von Michael dem Zimmermann von Dienstag bis Freitag. Es ist keine Übertreibung - ohne ihre Mitarbeit wären die Bauarbeiten noch nicht soweit gediehen. Zu allem Überfluss arbeiteten beide für Kost und Logie (Schlaflager auf der Baustelle). Die Fotos zeigen eigentlich alles, so dass es keiner weiteren Worte bedarf.

Zwei Erlebnisse dieser Woche möchte ich noch hervorheben: Weihrauchschwingen mit kleinem Hund und Schutzgeld Zahlung. Als ich Freitags zu Zimmer fuhr und relativ schnell um die Kurve zum Haus fuhr, bot sich mir ein skurriles Bild, das ich Anfangs nicht einordnen konnte. Ich fuhr also zügig um die Kurve und für einen kurzen Augenblick, da ich gleich auf das Gelände des Hauses bog, tauchte in meinem Gesichtsfeld ein Junge auf, der mit dem Handy telefoniert und dabei einen kleinen Hund mit der Leine wie ein Weihrauchgefäß hin und her schwenkte. Ich erzählte es Frieda, meiner Zimmervermieterin, darauf machte sie sich auf den Weg und sah noch immer das gleiche Szenario. Zuerst traute ich meiner Wahrnehmung nicht, denn die Erklärung, die sich in meinen Gedanken aufdrängte: Es war doch nur ein Kuscheltier. Aber Frieda als unabhängige Instanz bestätigte, dass es sich bei dem vom Jungen geschwungenen Ding tatsächlich um einen Hund handelte.

Nun die Geschichte mit dem Schutzgeld. Am Freitag Abend rief ein Mann auf dem Gelände Hallo Hallo. Er stellte sich als Mann vor, der Messer und  Werkzeug schleifen würde, aber vor allem redete er davon, dass er die Werkzeuge härten würde. Er fragte, ob wir etwas zum Schleifen hätten? Ich versuchte, die Situation einzuschätzen, und als wir ums Haus gingen, pfiff er plötzlich vor sich hin. Das machte mich sofort skeptisch und ich deutete dies als Zeichen für einen Kumpel. Damit fing ich an, ihn abzuwimmeln, aber er redete und redete in einem fort. Dann kam Michael dazu und zeigte sich offen, ich ging durchs Haus um evtl. einen Spion zu entdecken. Als ich die Runde gemacht hatte, redeten Michael und der Zigeuner (so bezeichnete er sich später selbst) schon von einem gratis Test seiner Schärf- und Härtekunst. Michael gab ihm versuchsweise ein Beil und einen Bohrer mit, und er versprach, sie am Nachmittag wieder zu bringen. Am Nachmittag stand der Zigeuner mit neuerem Mercedes wieder da und forderte Michael auf, mit dem gehärteten Beil auf ein Winkeleisen einzuschlagen und siehe da, es wies kaum eine Spur auf. So gaben wir dann sechs Bohrer, ein Stemmeisen, zwei Betonmeißel, eine Kettensägekette und ein Hartmetall bestücktes Sägeblatt mit. Ich versuchte ständig, einen verbindlichen Preis zu vereinbaren, aber er belaberte uns unaufhörlich Er fuhr von dannen und versprach, er würde Morgen um 9Uhr alles gehärtet wieder zurück bringen. Daher sagte Michael, er würde morgen, am  Samstag, auch zum Arbeiten kommen. Samstags um ca. 9Uhr kam er mit einem Kumpanen wieder an. Michael und ich ahnten und wussten zu der Zeit, dass wir betrügerischen Zigeunern auf den Leim gegangen waren. Michael hatte sich im Internet schlau gemacht und war bereit, nichts zu zahlen. Wie erwartet nannte er anfangs eine absurde Summe von 750€. Dann gingen die zwei Betrüger Richtung Mercedes und der Eine sagte, du willst nichts bezahlen? Aber vergiss nicht, wir sind Zigeuner und denen bleibt man nichts schuldig. Bei diesem Satz war mir klar, dass wir für unser Hab und Gut nun wohl oder übel Schutzgeld bezahlen mussten. Die Schutzgeld-/Versicherungssumme war angesichts der Tatsache, dass eine Handkreissäge schon doppelt soviel kostet, im erträglichen Rahmen.

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Eine Woche in Bildern

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