Einiges zu berichten

Nun habe ich schon einige Tage keine Berichte verfasst. Dazu möchte ich sagen, dass seit der Umstellung auf einen Blog für mich damit eine Veränderung stattgefunden hat, nun schreibe ich weniger nach Datum als nach den Übertiteln. Das gibt mir eine gewisse Entspannung von dem Anspruch, jeden Tag zu beschreiben. Auf der anderen Seite habe ich nun den Anspruch, mich mehr an den Inhalten und an den Titeln auszurichten. Das führt dazu, weniger spontan und tagesbezogen zu berichten und daher mehr inhaltlich und ereignisbezogen zu berichten. Noch bin ich mir nicht sicher, ob mir das auch gelingt. Über Feedback von euch, meine lieben Leser, würde ich mich freuen.

 

Montag kam der Förster mit seiner Flinte vorbei und teilte mir mit, dass nun die Stämme im Wald angezeichnet wären. Er erklärte mir genau, wo sie stehen, mangels örtlicher Detailkenntnissen konnte ich mir aus seinen Schilderungen kein eigenes Ortsbild machen. Er musste das gespürt haben, da er hinzufügte, dass er den Ort, wo die Bäume angezeichnet sind, auch Markus (der die Bäume schlagen wird) beschreiben würde. Jedenfalls freute ich mich sehr über diese Nachricht.

Letzten Samstag traf ich noch den Sägemeister Muggler Franz und einen Kollegen von ihm. Es entfachte sich ein spannendes Gespräch über Holz und das Pitztal. Für mich sind die kenntnisreichen Darstellungen der Menschen im Tal sehr interessant und ich erfahre so immer mehr über Tal und Leute. So ist vielen Menschen im Tal bewusst, dass der Skizirkus ein wirtschaftlicher Faktor ist, aber auch eine Abhängigkeit erzeugt. Viele ahnen, dass der Schnee im Zuge des Klimawandels bald nicht mehr ausreichend vorhanden sein wird und dann? Für alle ein großes Fragezeichen.

Nachdem ich letzte Woche bei der Firma CANAL diverse Baustoffe bestellt hatte, wurden sie Freitags geliefert. Nun konnte ich diese Woche mit den Mauerarbeiten rund um den zukünftigen Heizraum beginnen. Eine Türöffnung zum Sonnenraum mauerte ich zu und zum Flur hin mauerte ich eine Feuerschutztür ein. Die schwierige Arbeit dabei war die Schnittstelle zwischen der neuen Mauer (rechteckige Mauerziegel) und der bestehenden Natursteinmauer. Dazu kam noch, dass die neuen Lochsteine sehr brüchig (vermutlich Gewinnmaximierung des Ziegelwerks) sind und sich daher schlecht mit dem Hammer zurecht schlagen lassen. So musste ich die neuen Mauersteine mit der Flex (Diamantscheibe) zurecht flexen, was mich jedes mal in eine rote Staubwolke hüllte.

Diesen Freitag sah ich bei den Nachbarn wiedermal für einen Schwatz vorbei. Über dem Auszeithaus baut der Sohn des Nachbarn ein Haus. Er und sein Bruder sind gelernte Maurer, daher machen sie am neuen Haus sehr viel selbst, sowie mit der Hilfe von Verwandten. Sie bauen mit allen modernen Baustoffen und den Segnungen der Bauchemie, was ihnen ermöglicht, auch bei kalten Temperaturen zu bauen und zu betonieren. Wenn ich den Baufortschritt betrachte, schreitet der Bau sehr rasch voran, da sie sich anscheinend in ihrer Arbeit sehr effizient organisieren. Ich staune aber, dass sie mit ihrer Bauweise und viel Eigenleistung anscheinend doch mit Baukosten um die 200 rechnen müssen. Das zeigt mir die Entwicklung auf dem Bau, dass immer weniger Kosten durch direkte Handarbeit entstehen, als viel mehr bei den Baustoffen, Bauelementen, Logistik und Haustechnik.

 

Auch mit den Nachbarn Bernd und Manfred ergab sich ein nachbarschaftlicher Schwatz. Dabei habe ich die Gelegenheit zu erzählen, woran ich zur Zeit arbeite und warum ich in dieser Weise vorgehe. Ich erzähle gerne, wie ich mich freue, dass ich Holz vom Gemeinschaftswald beim Bauen verwenden kann. Vor allem war es ja Bernd, der mich mehrmals auf die Möglichkeit und auf das bestehende Holzrecht aufmerksam gemacht hat. Es ist ja immer spannend, dass so ein Schwatz gegenseitig die Möglichkeit bietet, zwischen den Zeile zu reden und zu hören. Ich achte dabei immer darauf, es locker und in einer Stimmung von vertrauensvoller Nachbarschaft zu halten und auch mein Interesse an ihnen zu bekunden.

 

Nachdem nun der Schnee auf unserer Höhe vollkommen geschmolzen ist und auch der Boden nicht mehr gefroren ist, konnte ich endlich den Graben bei den Übergabekästen (Strom und Telefon) zuschütten und den Straßenkies an den Rand fegen. Dies ist sicherlich eine Arbeit, die von den Leuten gesehen wird, aber auch mich zufrieden macht. Es sieht einfach aufgeräumter aus und schließt die Bauetappe der Versorgungsleitungsanschlüsse ab.

 

Samstags traf ich mich mit Markus dem Holzfäller und schaute mit ihm vor Ort die Bäume an, die wir fällen können. Markus ist ein drahtiger energiegeladener Mann mittlerer Größe. Ich spürte förmlich, wie er die Bäume schon alle fallen sah und wie er sie zur Straße ziehen wird. Ich freute mich die Bäume zu sehen, die später im Haus verbaut sein werden. Sie waren alle gezeichnet mit HF für Hälg Franz, obwohl ich nachdrücklich auf AA Auszeithaus Auder hingewiesen habe. Von der Zugänglichkeit her waren Fichten und Lärchen von Armin optimal ausgesucht worden. Dann zeigte ich Markus noch das Haus und erklärte ihm das Projekt und die Baumaßnahmen. Er meinte nur, da sei aber noch viel zu tun. Als er mich wieder zurück gebracht hatte, war er überrascht, als ich ihm sagte, ich würde natürlich mitarbeiten. Er sagt, er würde am liebsten alleine arbeiten, dann müsse er nicht aufpassen. Allerdings war mir dann am Ende nicht klar, wie wir verblieben sind, ob ich, oder eben nicht mitarbeiten soll? Lassen wir´s eben mal so stehen.

 

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Aus einer Kreissäge werden drei Zimmermannsböcke

Letzten Samstag machte ich einen Ausflug nach Kirchberg im Tirol, um einen Gasherd zu kaufen. Wie immer bei solchen Aktionen fahre ich mit dem Radel und den Öffis. Den Verkäufer traf ich am Bahnhof er kam mit einem Lieferwagen. Ich sah mir das Gerät genauer an und sagte in der landesüblichen Kurzform „Passt“. Nach einer halben Stunde Wartezeit, kam auch schon der Zug nach Innsbruck an, den ich mit dem Ungetüm bestieg und im Gepäckfach verstaute. In Innsbruck nach Imst bestieg ich einen überfüllte IC. Aber trotzdem gelang es mir den Kochherd zu verstauen und einen Sitzplatz zu ergattern. In Imst nahm ich den Bus nach Wenns, nun musste ich auch noch das Fahrrad verstauen. Nach dem ich in Wenns angekommen war, packte ich das Ding auf mein Fahrrad (siehe Bild). Montags wollte ich den Gasherd gleich ausprobieren, dabei stellte ich feststellen, dass die eine Flamme für den täglichen Gebrauch zu groß ist. So musste ich mich in den Weiten des AUF DIE Suche nach einem kleineren Brenner für den Gasherd machen. Nach einigen Mails war ich an der richtigen Adresse und konnte für eine anständige Summe den Brenner bestellen.

 

Der Baustofflieferant angekündigte sich auf Mittwoch mit einer Lieferung an. Davor musste ich wieder einmal den Stall räumen um Platz für die Baustoffe zu schaffen. Dabei kam mir zum Xten male die Tischkreissäge in die Quere. Der Unterbau ist aus Holz gefertigt und darauf ist eine Kreissäge mit Achse und Rad für den Antrieb montiert. Erst jetzt nach dem ich mich entschieden hatte, den Unterbau zu Brennholz zu zersägen, sah ich vor meinem geistigen Auge die Möglichkeit, daraus drei Böcke für die Zimmererarbeiten zu machen. Ich machte mich gleich daran der Idee Taten folgen zu lassen. Auf den Bildern seht ihr das Ergebnis.

 

Heute Morgen (Donnerstag 18.Feb.) kündigte sich ein herrlicher Wintertag an. Schon sehr früh beleuchte die Sonne mit eine zauberhaften Licht die die Gipfel des Pitztales, derweil das Inntal im dichten Nebel lag. Auf meinem Weg zu Haus funkelten mir die Eiskristalle des Schnees entgegen, was in mir ein wohliges Empfinden hervorrief. Nun scheint die Sonne beim Haus schon wieder von 8:30 bis 16:00 Uhr, kann ich gut haben.

 

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Weiße Landschaft, weiße Decke

Die Temperaturen sind wieder gefallen und der Schnee hat wieder eine zauberhafte Landschaft hinterlassen. So war nun auch der richtige Zeitpunkt gekommen, im EG die vorbereiteten Decken ebenso zu weißeln. Mit der gleichen Sprühpistole, mit der ich den Keller geweißelt hatte, machte ich mich nun an die Decken. Der Vorteil der Spritzmethode mit Kalkfarbe liegt darin, dass sich die Kalkfarbe, die sehr wässerig (dünnflüssig) ist, besser an die Decke bringen lässt. Aber dabei wird der gesamte Raum eingenebelt und es sind entsprechende Abdeckarbeiten notwendig. Ich denke, diese Methode ist später einmal, wenn die Bautätigkeiten beendet und die Räume bewohnt werden, nicht mehr so geeignet. Jetzt aber zeigt sie sich als adäquate Methode und es wird damit eine sehr schöne Oberflächenstruktur erreicht. Zwischendurch schaute ich immer wieder nach draußen in die blendende Schneelandschaft.

Jede der Decken musste ich zwei- bis dreimal spritzen, um eine gute Deckung und Struktur zu erreichen. Was die Bilder nicht zeigen: wie ich bei dieser Arbeit ausgesehen habe. Ich musste mich vermummen (im Haus besteht zum Glück kein Vermummungsverbot), damit ich möglichst keinen Kalk in die Augen oder Atemwege bekam, denn der Kalk wirkt auf den Schleimhäuten sehr reizend. Eine Besonderheit bei der Kalkfarbe ist auch, dass während der Verarbeitung das Resultat nicht genau ersichtlich ist, erst nach dem Abtrocknen kommt das schneeweiße Weiß zum Vorschein und kann dem Vergleich mit der Schneelandschaft standhalten.

Der Sohn von unserem Nachbarn, der nebenan dabei ist, sein Haus zu bauen, arbeitet daran, die Bodenplatte zu betonieren, obwohl die Temperaturen nachts unter die Nullgrenze fallen. Ich denke, dass er in nächster Zeit auch weiter bauen will und möglichst oft das gute Wetter ausnutzen möchte. Zwischendurch gehe ich mal zu einem Schwatz hinüber und wir tauschen uns übers Bauen aus.

Bei den Vorarbeiten für das Weißeln - dem Abtragen verschiedener Putz- und Farbschichten - entdeckte ich die auf dem Foto abgelichteten Originalverzierungen. Sie zeigen einen stilisierten Blumentopf mit Umrandung als Bordüre. Da der Raum auch schon früher als Küche diente, verzierte diese Bordüre die Bauernküche. Sicherlich wurden die Farben aus natürlichen Pigmenten hergestellt, da ja keine anderen zur Verfügung standen. Leider sind sie mit meinen Möglichkeiten nicht einfach zu restaurieren und zu erhalten. Auch sind an der Wand Fliesen vorgesehen und so werden die Fotos gewissermaßen als Konservierung der Verzierungen dienen.

Am Samstag werde ich nach Kirchberg im Tirol fahren, um einen gebrauchten zweimaligen Gasherd zu kaufen. Sicherlich noch etwas früh, Teile der späteren Kücheneinrichtung jetzt schon zu kaufen, aber das Angebot für einen Gastroherd ist sehr preiswert und entspricht genau dem, was wir benötigen. Seine Abmessungen sind so, dass ich ihn mit meinen Transportmöglichkeiten (Öffis und Fahrrad) nach Auders transportieren kann.

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Stürme begegnen sich und kein Kran in Aussicht.

 

Heute kam ich in das Haus und ich merkte sofort, dass Jemand im Haus war. Die Terrassentür stand sperrangelweit offen, da muss Jemand drin gewesen sein, ich suchte nach weiteren Spuren. Im Laufe meiner Untersuchungen kam ich zur Überzeugung, dass der Föhnsturm sich über die Terrassentür Zugang ins Haus verschafft hatte. Ich überprüfte, ob er was angestellt hatte, ob es gar zu Schäden kam. Dann konnte ich Entwarnung geben. Schon seit Tagen begegnen sich im Tirol Sturmtief Susanna aus dem Norden und der Föhn aus dem Süden, da kriegt Mann ja einen Föhn. Bei dieser warmen Wetterlage und dem Wind kann man zusehen, wie der Schnee dahin schmilzt. In Auders gibt es noch einige größere Schneefelder. Nun ist aber wieder Schnee für die nächsten Tage angesagt.

 

Zur Zeit zersäge ich verschiedene Hölzer zu Brennholz (Schweinebox, alte Schalbretter), ich versuche alte, verwitterte Bretter auszusortieren und sie zu lagern, um später mal „was“ damit zu bauen (Foto unten: Brennholz für den nächsten Winter). Nebenher versuche ich immer noch einen Kran zu organisieren, allerdings scheint die Kugel in eine bestimmte Rinne zu rollen, nämlich doch mit einem LKW-Kran zu arbeiten und konzentrierte gut vorbereitete Einzelaktionen zu organisieren.

 

Was natürlich auch drängt, sind die flüssigen Mittel, die für die geplanten Bautätigkeiten (Dach, Treppenhaus, Carport.........) in diesem Jahr zur Verfügung stehen müssen. Im Moment ist in diesem Bereich wieder Not am Mann. Mein Wunsch wäre, dass 100'000 auf dem Konto darauf warten würden, in Baumaßnahmen investiert zu werden. Da gibt es einige zielstrebige Schritte, die unternommen werden müssen, um beispielsweise das Auszeithaus für Auszeitgäste und potenzielle Geldgeber populärer werden zu lassen. Wenn ihr, meine lieben Leser dieser Berichte, eine Idee habt, Jemanden kennt, der Jemanden kennt, der in ein Weltveränderer-Projekt Geld spenden, ein Darlehen gewähren oder Vereinsmitglied werden möchte, dann bitte sofort den Motor starten und los. Gerne bin ich bereit, Hunderten von Menschen das Projekt vor Ort vorzustellen und die Idee ans Herz zu legen. Frau/Mann, wer motiviert und begeistert ist, kann dem Projekt helfen, um es mit reichlich Dünger (Geld) zum Erblühen zu bringen. Sonne und Regen gibt hier im Pitztal schon reichlich.

 

Soeben bin ich für die Dachdeckerarbeiten an einer anderen und preiswerteren Lösung dran. Eventuell ist ein Schrägaufzug die beste Lösung. Ein solcher ist zwischen 500 und 1500€ zu haben. Das wäre dann der viel gerühmte und gescholtene Kompromiss. Morgen versuche ich einen Solchen zu ersteigern, drückt mir um 11:27 Uhr die Daumen.

 

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Der neue Glanz im Auszeithaus.

 

Verschiedene Holzreste vom Vorbesitzer zu Kleinholz gemacht. Immer wieder finde ich in irgend einer Ecke Müll und Undefinierbare Gegenstände aus Kunststoff, Eisen, Holz und Schmoder. Da ist es natürlich schon ein besonderes Erlebnis, wenn eine Spedition etwas Neues bringt. Heute kam die neue Spüle an, die ich zuerst zusammenbauen musste. Dann stand der neue Glanz aus Chromstahl an seinem Bestimmungsort. Nun werde ich bald die Wasserleitungen vom Keller zum WC, zum Waschbecken und zum Spültisch verlegen. Somit könnte die Ära mit fließendem Wasser im Auszeithaus beginnen!!!

 

Daneben bin ich weiter dran, einen geeigneten Kran aufzutreiben. Zumal die Zeit drängt, denn schon bald wenn es Frühling wird, werden verschiedene Häuselebauer daran denken eine Kran zu kaufen. Als schwierig erweist sich auch der Umstand, dass der Kran hier nach Wenns transportiert werden muss, daher muss ich auch immer die Frachtkosten inkludieren (österreichisch). So entsteht die Gleichung wie weiter weg umso billiger muss der Kran sein, da die vertretbare Gesamtsumme bei etwa 5000€ liegt. Dann geht es auch immer darum einen Kran vor Ort zu inspizieren und seinen Zustand an Hand der Schilderungen des Verkäufers und der Unterlagen zu prüfen. Ebenso muss ich für mich eine Vertrauenseinschätzung gegenüber dem Verkäufer vornehmen. Das bedeutet auch Alles in Allem eine nervliche Anstrengung. Nur die Hoffnung, dass bei all den Parametern die Kugel das richtigen Loch findet, treibt mich zur nächsten Mail oder zum nächsten Telefonat.

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Zweimal herzlichen Dank!

 

 

Danke Dagmar für die Vorarbeit und die Anregung, die Berichte als Blog zu schreiben. Durch viele Versuche und Irrtümer gelang es mir heute, für die Berichte „Aktuelles vom Bau“ das vorliegende Ergebnis zu erzielen. Von nun an ist es für euch Leser möglich und erwünscht, Kommentare zu schreiben. Es erübrigt sich zu sagen, dass ich mich auf eure Kommentare freue.

 

Es ist nun auch möglich, dass ihr Fragen stellt, Anregungen geben könnt oder um Erklärungen bitten könnt. Ich denke, dass ich über eure Kommentare auch lernen kann, den Blog so zu schreiben und zu gestalten, dass eine gewünschte Außenwirkung erreicht werden kann.

 

Heute war erst mal wieder Einheizen angesagt, die Wände waren nun nach drei Tagen ziemlich ausgekühlt. Draußen spielte sich ein gruseliges Wetter zwischen Schnee und Schneeregen ab.

Neben dem kleinen Bach, der am Haus vorbei fließt, zeigten sich Spuren einer Überschwemmung. Auch die Natursteintreppe zum Keller (außen) wies Spuren einer Überspülung auf. An den Spuren war auch zu erkennen, dass der freundliche Nachbar Steine und sonstige Hindernisse aus dem Bach geräumt hatte. Ich freute mich sehr darüber, dass er das einfach so macht und mir dadurch eine böse Überraschung erspart hatte. Ich stelle mir vor, wie er im Regen den Bachlauf frei machte und dabei sicherlich ziemlich nass wurde, aber es einfach machte. Danke lieber Nachbar für deinen Einsatz.

 

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Außer Spesen nichts gewesen.

 

Es standen mir auch andere Titel zur Verfügung, wie „Geld verdirbt den Charakter“ oder „gibt es noch anständige Menschen?“, " Ein Schlitzohr" oder "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt".

Was ist geschehen, dass ich zwischen solchen Titeln wählen muss? Wie ihr wisst, fuhr ich gestern Morgen los, um einen geeigneten (Preis, Zustand und Größe) Kran in Dischingen in Oberschwaben anzuschauen. Natürlich versetzte mich die DB wieder in eine gewisse Spannung mit ihren Verspätungen. Jedenfalls kam ich mit dem Bus gegen 14 Uhr in Dischingen an, wusste aber überhaupt nicht, wo der gute Herr Klug wohnt. Nachdem ich aus dem Bus gestiegen war, steuerte ich auf die erste Person zu, die in mein Blickfeld kam. Es war ein älterer Bauer, den ich nach dem Weg zu Herrn Klug fragte (ohne zu ahnen, ob es derer viele hier gibt). Aber die Schwierigkeit fing an, als er anfing zu reden, offensichtlich zwar ein Alemanne wie ich. Was ich aus seiner langen und genauen Wegbeschreibung heraushörte, war, dass ich nach der Gärtnerei rechts fahren sollte und über die EgerBrük und dann wieder rechts, dann so etwas wie ganz aufi. Durch weiteres zweimaliges Fragen nach dem Weg stand ich irgendwann im Ortsteil Ballmertshofen vor dem Haus von Herrn Klug. Er fuhr mit mir gleich zum Standort, wo der Kran geparkt war. Ich beschaute ihn, stellte Fragen und vermaß ihn. Der Kran machte auf mich auch von Angesicht zu Angesicht einen guten Eindruck. Nur beim Vermessen zeigte sich sofort das Problem, dass er nicht wie geplant auf einem Sattelschlepper zu transportieren ist. Her Klug meinte, dass er ihn immer am Lastwagen angehängt hätte und ihn so transportiert hätte. Ich fragte ihn daher keck, ob er ihn auch nach Wenns transportieren würde? Er meinte, dass wenn das Geld stimmen würde, er es machen würde, aber noch Abends mit seinem Vater reden müsse. Ich sagte noch, dass im Inserat stehen würde, der Preis von 4000€ sei verhandelbar, aber ich einverstanden sei, und mir der Transport wichtig sei. So verblieben wir und er sagte zu, sich Abends zu melden, nachdem er mit dem Vater geredet hätte.

Ich musste mich nun auf die Suche nach einer Herberge machen. Um es kurz zu machen, die eine Gaststätte machte Betriebsferien, die Nächste hatte am Montag Ruhetag und bei der letzten möglichen Gaststätte brach sich die Wirtin heute das Bein. So musste ich wieder nach Heidenheim zurück fahren und dort mein Glück versuchen. Auch in Hildesheim waren alle günstigen Übernachtungsmöglichkeiten voll ausgebucht. So landete ich in einem Hotel am Bahngleis und einer Einfallstraße und einem Übernachtungspreis von nicht mal 70€ (69€). Bei den Wegbeschreibungen verstand ich nicht, was „voit“ bedeutete. Immer wieder sprachen die Leute: wenn sie den voit sehen, oder bei voit einfach rechts. Immer wieder kam dieses Wort „voit“ vor. Obwohl ich nicht verstand, bedeutet es soviel wie recht oder links? Ist es gar ein Turm / Schloss oder gar ein Leuchtturm? Jedenfalls fand ich das Hotel, wo man mir noch ein Einzelzimmer für den besagten Preis anbot. Das Rätsel mit dem voit löste sich erst am nächsten Tag auf, als ich sah, dass überall die alles beherrschende und durchdringende Firma Voith gemeint war. Bei Tageslicht konnte ich nun an jeder Ecke die Letter sehen. Weil sie alles überragen und dominieren, eignen sich für Eingeweihte die Gebäude der Firma Voith sehr gut als Orientierung im Leben (mehr darüber in Wikipedia).

An der Rezeption fragte ich nach dem WLAN. Man müsse sich anmelden und die Erklärung dazu liege auf dem Tisch im Zimmer. Nichts wie hin und anmelden (richtig krank). Mit meinen diversen Filtern, die ich installiert hatte, war es denn doch nicht so einfach. Ich wollte Herrn Klug die Nummer, unter der ich im Hotel zu erreichen war, mailen. Dazu öffnete ich sein Angebot auf ebay-Kleinanzeigen. Da traf mich fast der Schlag, ich traute meinen Augen nicht, ich glaubte den Verstand verloren zu haben, ich musste um meine Fassung ringen, es verschlug mir fast den Atem................

Da standen plötzlich nicht mehr 4000€ für den Kran, sondern 5500€.

Was soll das? Was mache ich? Ich hab natürlich keinen Screenshot gemacht! Dann entschied ich mich einfach zu warten, bis er wie versprochen anruft. Es wurde 20Uhr, es wurde 21Uhr und kein Anruf. Um ca. 21:20 klingelte das Haustelefon und Herr Klug meldete sich. Er stotterte und stammelte, das mit dem Inserat würde alles sein Bruder machen. Im Gespräch wollte er mir den Eindruck vermitteln, dass die 5500€ immer klar gewesen seien. Ich erzählte von meinen Aufwendungen und dass ich nicht gekommen wäre, wenn man mir das vorher gesagt hätte. Er meinte, er könne mir bis auf 5000 entgegen kommen. Ich sagte aber klar, dass die Kalkulation auf 5000€ inkl. Transport basiert und seine jetzigen Preisvorstellungen den gesetzten Rahmen sprengen würden. Wir beendeten unser Gespräch ohne geplantes Ergebnis oder Eingeständnis seinerseits. Daher also: außer Spesen nichts gewesen.

Bei meiner heutigen Rückfahrt hielt mich die DB mit ihrem Verständnis von Pünktlichkeit in Atem. Ansonsten gibt es von keinen besonderen Vorkommnissen zu berichten.

Für mich liegt allerdings der tiefere Sinn dieses besonderen Ereignisses noch im Schoss der Zukunft verborgen.

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